Schlagwort-Archive: Restaurierung

„Selbstbewusst und überlegen“

„Aufbruch und Anschluss an die Moderne im Gewerbebau in Südtirol zeigt sich vorwiegend und überraschend im Kellereibau: selbstbewusst und überlegen, wie zur Zeit der Gründerväter.“

Mehr zur Ausstellung „WeinKunst vinoearte“ unter www.lanserhaus.eu!

 

WeinKunst_CIMG0461_Web

Kulturreferentin und Mitkuratorin Wally Kössler führt eine Gruppe von Frauen durch die Ausstellung „WeinKunst vinoearte“ im Eppaner Lanserhaus. (Im Bild die Abteilung „Neue Kellerei-Architektur und Villen“)

WeinKunst_CIMG0462_Web

Europäischer Tag des Denkmals

Römische Villa in St. Pauls zu besichtigen

Auch heuer wird sich die Gemeinde Eppan wieder am Europäischen Tag des Denkmals, veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Assessorat für Kultur und Denkmalpflege – im letzten Jahr war Eppan mit dem Montiggler Schlössl dabei – beteiligen.

Tag-des-Denkmals_webDas diesjährige Thema lautet: Jenseits des Guten und Schönen. Unbequeme Denkmale? In Bozen werden  6 Stadtrundgänge oder eine Führung des Bunkers/Luftschutzkellers in der Fagenstraße angeboten, in Kaltern die Besichtigung des ehemaligen Gerichtsgefängnisses, in Franzensfeste Bunker Nr. 3, in Natz/Schabs das NATO-Areal, um nur einige Höhepunkte dieser Veranstaltung herauszustreichen.

Die Abteilung Archäologie bietet den Besuch der Römischen Villa mit Badeanlage in St. Pauls an. „Aufgrund der qualitätvollen Gestaltung und Ausstattung kommt dieser archäologischen Stätte eine besondere Bedeutung zu. Drei der insgesamt zweiundzwanzig bisher freigelegten Räume sind mit einem Mosaik versehen, die Wände mit Wandmalereien.“

Sonntag 15.9. 2013
Ort: Römische Villa in St. Pauls/Aich
Von: 10.00 bis 16.30

Alle sind herzlich eingeladen!

Die Referentin für Kultur
Dr. Walburga Kössler Thaler

Villa-Romana_web

Baukultur in Eppan III

Vorbildlich sanierte Meile in St. Michael (Schluss)

Ein weiteres vorbildlich restauriertes Gebäude ist das Haus „von Söll“ in der Maderneidstraße 3 im Besitz der Familie Stofferin. Es handelt sich um einen Bauernhof aus dem Frühbarock mit Wohn- und Wirtschaftseinheit. Der hinterseitig gelegene Stadel wurde zu Wohnzwecken umgebaut, wobei darauf geachtet wurde, dass das ursprüngliche Aussehen bestehen bleibt: Die Öffnungen und der Originalputz wurden beibehalten. Diese Entscheidung ist sehr lobenswert, da ein Haus ja zum historischen Gedächtnis einer örtlichen Gemeinschaft gehört. So bleibt die ursprüngliche Zweckbestimmung weiterhin ablesbar, auch wenn das Gebäude heute ein Wohnhaus ist. Es ist damit ein Beispiel dafür, dass auch bei sensibler, rücksichtsvoller Sanierung moderner Wohnkomfort möglich ist. Nordseitig wurden die nicht passenden Zubauten entfernt, die straßenseitige Überdachung für landwirtschaftliche Geräte dagegen wurde gemäß Vorgabe des Landesdenkmalamtes beibehalten, weil eine Remise ein typisches Zubehör für einen Weinhof ist.

Der Ansitz Thalegg ist ein weiteres Glanzstück in der „sanierten Meile“ von St. Michael. Dieser Ansitz aus der Renaissancezeit spielt für die Geschichte Eppans eine besondere Rolle, wurde er doch für die Weltausstellung im Jahr 1900 in Paris als sogenanntes „Châteu Tyrolien“ naturgetreu nachgebaut, als Musterbeispiel für den Überetscher Baustil. Thalegg wurde 2002 von Dr. Osvaldo Valenti erworben, der es in den folgenden Jahren restaurieren ließ. Die Restaurierung war äußerst aufwendig und kostenintensiv, weil das Haus in einem statisch sehr prekären Zustand war und auseinander zu fallen drohte. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden 2008/09 auch die Fresken restauriert, und zwar von der Stiftung Kappelmaier, einer Tochter der Messerschmitt-Stiftung aus München.

Beiden Besitzerfamilien an dieser Stelle Dank für die mustergültige Sanierung ihrer Häuser!

 

Das Haus von Söll mit dem zu Wohnzwecken umgebauten, aber noch als Stadel erkennbaren Wirtschaftsgebäude

 

 

Der Ansitz Thalegg, eine Perle unter den Eppaner Ansitzen

Baukultur in Eppan II

 Vorbildlich sanierte Meile in St. Michael (Fortsetzung)

Das Haus Pardatscher in der Johann-Georg-Plazer-Straße, heute im Besitz der Familie Dr. Peer, ist ein weiteres Beispiel für ein vorbildlich saniertes Gebäude. Im Zuge der Umbauarbeiten wurde das hinterseitig gelegene Stadelgebäude für die Unterbringung von Diensten des Gesundheitssprengels adaptiert und damit einer sinnvollen Nutzung zugeführt. Die ursprünglich an der Kreuzung geplante Tiefgarageneinfahrt wurde mit der bestehenden des Gesundheitssprengels zusammengelegt. Die Grenzmauern wurden, soweit möglich, beibehalten. Auch der Aufgangsbereich ist sehr schön restauriert worden und das ganze Haus wurde den modernen Erfordenissen eines Dienstleistungsbetriebes angepasst. Es ist sinnvoll und daher begrüßenswert, wenn die Dienstleistung in den Ortskernen verbleibt und nicht ausgelagert wird.

Ein Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert ist das Haus in der Maderneidstraße 28. Erst in späterer Zeit wurde ein nicht charakteristischer Zubau angeschlossen, der das Haupthaus teilweise verdeckt hat. Dieser Zubau wurde nun im Zuge der Sanierungsarbeiten entfernt, die Abbruchkubatur für einen modernen, zeitgemäßen Zweckbau verwendet. Dieser befindet sich in gebührendem Abstand zum Haupthaus, welches damit wieder richtig zur Geltung kommt. Die Fassade wurde fachgerecht getüncht. Das Dach wurde, wie für das Überetsch typisch, mit Mönch-und-Nonne-Ziegeln gedeckt.

Erwähnenswert bei diesem Gebäude ist auch der an das Haupthaus angeschlossene Treppenturm. Solche Türme finden sich in der Regel nur bei Schlossbauten (z.B. Gandegg), ein Treppenturm bei einem Bauernhaus ist im Überetsch einzigartig.

Im Hof- und Gartenbereich sind Installationen von namhaften internationalen Künstlern angebracht.

 Auch den Besitzern dieser Häuser ein aufrichtiges Dankeschön für die mustergültige Sanierung ihrer Gebäude! 

Das Haus in der Maderneidstraße vor dem Umbau

 

Das Haus in der Maderneidstraße heute. Gut sichtbar der Treppenturm an der Westseite.

 

 

Das Haus Pardatscher mit dem angrenzenden Zubau des Gesundheitssprengels

Baukultur in Eppan I

Vorbildlich sanierte Meile in St. Michael

In den letzten Jahren sind einige unserer schönsten Häuser vorbildlich saniert und restauriert worden. Gerade bei historischen Gebäuden ist der zeitliche und finanzielle Aufwand bei solchen Sanierungen groß. Dazu kommen die vom Landesdenkmalamt vorgeschriebenen Auflagen. Es ist also nicht selbstverständlich, wenn ein Eigentümer sich entschließt, die Unannehmlichkeiten und Beeinträchtigungen einer Restaurierung auf sich zu nehmen. Dazu braucht es die Wertschätzung und Liebe für den eigenen Besitz. Dieser Sinn für die Erhaltung unseres historischen Erbes ist auch bei der zurückhaltenden Materialwahl zum Ausdruck gekommen. Wer ein denkmalgeschütztes Gebäude saniert, handelt im Interesse der Öffentlichkeit, gehören unsere Ortskerne doch zu unserem historischen Kapital und sind gleichermaßen für Einheimische und Gäste wichtig und wertvoll.

In der Johann-Georg-Plazer-Straße und in der Maderneidstraße befinden sich mehrere vorbildlich sanierte Gebäude. Wir wollen sie nach und nach im Gemeindeblatt vorstellen:

In der Johann-Georg-Plazer-Straße 11 steht das Wohnhaus der Familie Meraner-Filós. Dieses zu Beginn des 16. Jh.s errichtete Gebäude ist ein typisches Straßenhaus mit kleinem Vorhof und Freitreppe. Im Hofbereich befinden sich, typisch für einen Überetscher Weinhof, die Wirtschaftsgebäude, also Stadel und Stall. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten stieß man dort auf frühmittelalterliche Mauerreste und Funde, auch aus der römischen Zeit, darunter eine wunderschöne Pferdefibel (siehe Foto). Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude wurden mustergültig saniert.

In der Maderneidstraße 7 befindet sich das ehemals zum Ansitz Thalegg gehörende Baumannhaus der Familie Meraner. Dessen Polygonerker an der Südostecke war bei Umbauarbeiten vor langer Zeit verkleinert worden. Im Zuge der Sanierung wurde er nun wieder als typischer Türmchenerker ausgerichtet. Auch bei diesem Gebäude wurde das Wohnhaus und der hintere Teil (der Wirtschaftsbereich) vorbildlich nach historischen Kriterien saniert.

Den Eigentümern dieser Häuser sei an dieser Stelle ein Dank von öffentlicher Seite ausgesprochen.

Wally Kössler

 
Das Haus in der Johann-Georg-Plazer-Straße 11 erstrahlt in neuem Glanz.

 


Diese Pferdefibel wurde bei Grabungsarbeiten in der Johann-Georg-Plazer-Straße 11 gefunden.

 

 
Das mustergültig sanierte Haus in der Maderneidstraße mit dem wiederhergestellten Türmchenerker